23. Januar 2026

[Rezension] Das Herz einer Geisterstadt - Helena Gässler

Werbung | Rezensionsexemplar

Buchdaten:
Übersetzer*in: /
Verlag: Drachenmond Verlag
Format & Preis: eBook 8,99€
Seiten: 378
ISBN Printausgabe: 978-3-691-30041-3
Auch erhältlich als: Hardcover Schmuckausgabe, Softcover (demnächst)

Achtung! "Das Herz einer Geisterstadt" ist der zweite Band der Reihe. Theoretisch lassen sich die Bücher unabhängig voneinander lesen, im zweiten Band wird aber ab und zu Bezug auf Band 1 genommen, weswegen Spoiler möglich sind.

Band 1: *Die Seele eines Spukhauses*


„Wenn du zuhören würdest, wüsstest du es auch. Wie das Herz einer Geisterstadt schlägt. Nur dadurch lässt sich der Spuk austreiben.“

London, 1867

Ivy studiert an der Königlichen Akademie für Geisteraustreibung. Als sie für die Abschlussprüfung aufgrund ihres Geschlechts übergangen wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als die exzentrische Dozentin Miss Feyler um Hilfe zu bitten. Die selbsternannte »Häuserflüsterin« redet nicht nur mit ihrem mechanischen Hund, sie versucht auch, mit Spukhäusern zu sprechen, um sie zu beruhigen. Ivy ist skeptisch, doch bald stellt sie fest, dass sie für ihre Berufung nicht nur Neues lernen, sondern auch alles riskieren muss …

Magnolia Feyler hatte sich nach ihrem letzten Auftrag geschworen, nie wieder einen Fuß in ein Spukhaus zu setzen. Das ändert sich, als Ivy ihr von der irischen Geisterstadt Port berichtet. Denn Prof. Thompson und die Schüler, die vor ihnen aufgebrochen sind, unterschätzen den Fall gewaltig. Schnell realisiert Magnolia, dass Geisterstädte nach anderen Regeln spielen als ihre geliebten Spukhäuser. Und Port wird nicht ruhen, ehe sie den Fremden das Grauen begreiflich gemacht hat, das ihre Bewohner in der Großen Hungersnot erleiden mussten …

- Inhaltsangabe des Verlags, Quelle Verlagshomepage

Schneeflocken fielen aus einem grauen Himmel und schmolzen auf dem Pflaster der Stadt. Ivy saß am Fenster und beobachtete, wie sie vorbeischwebten. Die Kristalle tanzten und wirbelten durch die Winterluft, wild und frei. - 2%

Es ist schon rund 4 Jahre her, dass ich "Die Seele eines Spukhauses" von Helena Gässler gelesen habe. Ich war so begeistert von dem Buch, habe die unheimliche Atmosphäre geliebt, die Geister-Story mit Steampunk-Elementen war so spannend und auch die Charaktere fand ich grandios.

Als ich dann vor ein paar Monaten erfahren habe, dass mit "Das Herz einer Geisterstadt" eine Fortsetzung erscheinen wird, habe ich mich so unfassbar gefreut!

"Das Herz einer Geisterstadt" spielt ein paar Jahre nach "Die Seele eines Spukhauses". Hier geht es um Ivy, die an der königlichen Akademie für Geisteraustreibung studiert und kurz vor ihrer Abschlussprüfung steht. Einzig und allein aufgrund der Tatsache, dass sie eine Frau ist, wird sie bei dieser Prüfung allerdings übergangen.. und ihr bleibt nichts anderes übrig, als sich an Magnolia Feyler (Hauptfigur aus dem ersten Band) zu wenden und diese um Hilfe zu bitten. Magnolia hat sich geschworen, nie wieder ein Spukhaus zu betreten, doch als sie von Ivy hört, dass Prof. Thompson mit 2 seiner Schüler in die Geisterstadt Port reisen will und diesen Fall vollkommen unterschätzt, macht sie sich zusammen mit Ivy ebenfalls auf den Weg dorthin. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass sich Geisterstädte ganz anders verhalten, als Spukhäuser.

Nachdem mich "Die Seele eines Spukhauses" ja sehr begeistern konnte, hatte ich unbewusst echt ein bisschen Angst, dass mich "Das Herz einer Geisterstadt" nicht so überzeugen oder mich sogar enttäuschen könnte. Glücklicherweise war das vollkommen unbegründet, es war sogar das genaue Gegenteil der Fall und ich würde schon fast behaupten, dass mir "Das Herz einer Geisterstadt" noch einen Ticken besser gefallen hat.

Schon nach den ersten Seiten war ich vollkommen im Bann dieser Geschichte. Die Atmosphäre ist auch hier wieder wunderbar schaurig und düster und hat mich gefangen genommen.

Helena Gässlers Schreibstil las sich wunderbar flüssig und ich habe beim Lesen teilweise vollkommen die Zeit vergessen, bin nur so durch die Seiten geflogen. Sie erzählt die Geschichte sowohl aus Sicht von Ivy als auch aus Sicht von Magnolia im personalen Erzähler und fügt immer wieder Einträge aus den Logbüchern der beiden Frauen ein, was ich wirklich toll finde.

Ivy gefiel mir als Protagonistin richtig gut. Die junge Frau kommt aus gutem Hause und ist Studentin an der Akademie für Geisteraustreibung, was nicht bei jedem gut ankommt. Als Frau ist sie immerhin nicht geeignet für den Beruf als Exorzistin und sollte lieber heiraten und Kinder bekommen. Neben der Geistergeschichte behandelt Helena Gässler hier also auch gesellschaftskritische Themen wie die Erwartungshaltung an junge Frauen im 19. Jahrhundert. Ivys Entwicklung im Lauf des Buches hat mir richtig gut gefallen, sie hat mich vollkommen von sich überzeugt und konnte mich sehr mitreißen.
Magnolia kennen wir schon aus "Die Seele eines Spukhauses" und hier spielt sie als Mentorin von Ivy erneut eine wichtige Rolle. Mittlerweile ist sie Dozentin und hat seit ihrem letzten Fall kein Spukhaus mehr betreten. Ab und zu wird Bezug auf die Geschehnisse in "Die Seele eines Spukhauses" genommen, man kann die Bände aber problemlos unabhängig voneinander lesen. Magnolia mochte ich wieder sehr gern und auch sie ist eine vollkommen überzeugende Figur, die mich mitreißen konnte.

"Das Herz einer Geisterstadt" spielt, wie man am Titel schon erahnen kann, in einer Geisterstadt, die sich allerdings als gefährlicher herausstellt als gedacht. Diese Gefahr spürt man unterschwellig die ganze Zeit, im Verlauf kommt diese dann immer mehr und mehr an die Oberfläche. Nicht nur die Atmosphäre ist schaurig und düster, auch die Story hält einiges bereit und ist gruselig und stellenweise sehr grausam. All das Unrecht, das der Stadt und ihren Bewohnern widerfahren ist, all diese Wut... Das Buch hat mich kaum losgelassen und ich glaube, wenn es mir möglich gewesen wäre, hätte ich das Buch in einem Rutsch verschlungen. Es ist so spannend, so packend, Helena Gässler konnte mich nicht nur ein Mal mit dem, was hier passiert, überraschen. Ein richtiger Pageturner.

Mein Fazit:
"Das Herz einer Geisterstadt" ist eine grandiose Fortsetzung, die dem ersten Band in absolut nichts nachsteht. Die schaurig-düstere Atmosphäre hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen, die Geistergeschichte mit Steampunk-Einflüssen hat mich nicht mehr losgelassen und die Charaktere haben mich vollkommen von sich überzeugt. Ich kann euch das Buch, das sich theoretisch unabhängig lesen lässt, NUR ans Herz legen, aber auch den ersten Band kann ich wirklich von Herzen empfehlen.

Allerliebste Grüße,
Vanessa ♥

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