13. Januar 2014

Whisper Island: Wetterleuchten von Elizabeth George

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Daten zum Buch:
Autorin: Elizabeth George
Verlag: Egmont INK
Seiten: 448
Preis: 19,99€
Erschienen: Oktober 2013
Meine Wertung: ♥


Achtung!
Da dies der zweite Band der Whisper Island-Reihe ist, können in der Rezension Spoiler zum ersten Teil auftauchen!
Band 1: Whisper Island: Sturmwarnung


Darum geht es:
Becca King ist immer noch auf der Flucht. Nachdem ihr Stiefvater am Ende von Band 1 auf der Insel aufgetaucht ist, musste sie sich verstecken und lebt seitdem in einem Baumhaus.
Jetzt versetzt ein Neuankömmling die Bewohner von Whidbey Island in Aufruhr. Annie, Meeresbiologin, hofft auf dieser Insel eine wissenschaftliche Sensation zu entdecken, über die sie ihre Doktorarbeit schreiben kann. Sie will mehr über die merkwürdige Robbe herausfinden, die Whidbey Island jedes Jahr zur selben Zeit besucht und zu dessen Ehren die Bewohner der Insel immer ein Fest veranstalten. Doch sie stößt dabei bei allen auf Misstrauen und auch Becca möchte herausfinden, was Annie wirklich im Schilde führt.


Der erste Satz:
Ich war zwei Jahre alt, als ich zu meinen Eltern kam, und die einzigen Erinnerungen, die ich vor den Erinnerungen an sie habe, sind wie Träume. - Seite 9


Meine Meinung:
Vorab muss ich sagen, dass der Egmont INK Verlag zu meinen liebsten Verlagen gehört. Bisher wurde ich von noch keinem Buch, welches ich aus dem Verlag gelesen habe, wirklich enttäuscht. Zwar gefielen mir ein paar wenige nicht ganz so gut, aber von schlecht kann da auf keinen Fall die Rede sein.
Der erste Band der Whisper Island Reihe gehört zu eben diesen Büchern. Er gefiel mir gut, konnte mich zwar nicht wirklich begeistern und hatte ein paar Längen, durch die das Lesen teilweise etwas langweilig wurde, aber das Ende hat mich dann doch so weit überzeugt, dass ich gerne den zweiten Band lesen wollte. Viel mehr kann ich dazu gar nicht mehr sagen, denn es ist schon eine ganze Weile her, dass ich diesen ersten Band gelesen habe - über 2 Jahre.

Als ich dann mit dem zweiten Buch aus der Reihe begonnen habe, dachte ich, ich wäre im falschen Film. Wer ist denn jetzt auf einmal Cilla, mit deren Sicht das ganze Buch begann und aus deren Sicht auch immer Mal wieder ein Kapitel eingeschmissen wird, völlig ohne Zusammenhang mit der eigentlichen Story? Auch der Schreibstil, der für diese Kapitel gewählt wurde, ist mehr als nur komisch und hätte ich mehrere Kapitel am Stück aus ihrer Sicht lesen müssen, wäre ich vermutlich durchgedreht. Zum Glück sind es nie mehr wie 2, 3 Seiten aus ihrer Sicht. Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, wie sehr mich das verwirrt hat.

Nach diesem ersten Kapitel ging es dann aber endlich mit bekannten Gesichtern weiter. Allerdings bahnte sich auch hier direkt Enttäuschung an, da das Buch nicht an das Ende von Band 1 anschließt, sondern eine ganze Weile danach zu spielen scheint, was ich sehr schade finde, da dieses Ende viel Potenzial für eine spannende Fortsetzung bot.
Die Ernüchterung blieb die ganze Zeit. Der komplette zweite Band hatte meiner Meinung nach absolut keinen Bezug zum ersten Teil und auch das Ende von dem ersten Band, welches eigentlich ein größeres Problem für Becca hätte darstellen müssen, wurde in ein paar wenigen Sätzen abgetan - für mich völlig unglaubwürdig.

In dem Buch drehte es sich gefühlt die ganze Zeit um eine Robbe. Natürlich eine ganz besondere Robbe, die komplett schwarzes Fell hat und aus irgendwelchen "mysteriösen" Gründen in jedem Jahr zur selben Zeit im Meer vor Whidbey Island auftaucht. Die Bewohner der Insel feiern ihr zu ehren natürlich auch noch ein Fest. In meinem Kopf schwirrte die ganze Zeit nur eine Frage herum: Was soll das?
Ich habe absolut keinen Sinn in der Handlung um diese Robbe, die später auch noch eine wichtige Rolle im Buch bekommt, gesehen, mir fehlte der Bezug zur Grundidee dieser Bücher, die ja eigentlich Beccas Flucht vor ihrem Stiefvater sein sollte. Es gab absolut keinen roten Faden in der Handlung, Spannung blieb quasi komplett aus, und je weiter ich dem Ende kam, desto verworrener, unglaubwürdiger und - entschuldigt meine Ausdrucksweise - bescheuerter kam mir alles vor. Auch die Auflösung am Ende - wo man auch endlich erfährt, was es mit Cilla auf sich hat - konnte mich überhaupt nicht überzeugen und ich dachte mir weiterhin nur: Was soll das alles? Was hat das alles für einen Sinn im Bezug auf Becca und ihrer Flucht?
Wie ihr seht, bin ich jetzt am Ende genauso verwirrt wie am Anfang des Buches, oder nein, sogar noch verwirrter. Ich verstehe den Sinn dieses Buches überhaupt nicht, es hat überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung aus Band 1 zu tun - die absolut nicht abgeschlossen war und eigentlich genug Potenzial für einen wunderbar spannenden zweiten Band geboten hat.

Als Nebenhandlung dazu gab es dann eine große Portion Beziehungsprobleme und allem, was dazugehört. Neue Charaktere tauchten auf, bekannte Gesichter kamen vor und zwischen ihnen mussten natürlich Verbindungen geschaffen werden. Leider konnte mich auch dies nicht überzeugen und sämtliche Charaktere blieben, in meinen Augen, einfach nur blass.

Fazit:
Alles in allem hat mich "Whisper Island: Wetterleuchten" leider enttäuscht. Weder Charaktere noch Handlung konnten mich überzeugen, mir fehlte komplett der Sinn in diesem Buch. Sehr Schade, denn nach Band 1 hätte man viel mehr aus diesem Buch machen können. Für mich ist die Reihe mit diesem Band dann wohl beendet.

Vanessa ♥


Mein ♥-licher Dank geht an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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